Als Bürgermeister von Mürzzuschlag und Architekt der mit vielen Wohnbauvorhaben in der Region betraut ist, möchte ich dem Bericht des Rechnungshofes, veröffentlicht in der Kleinen Zeitung vorige Woche, hinsichtlich des Bedarfs widersprechen. Viele Bürgermeister bemühen sich sehr, neue Wohnbauten in ihren Gemeinden zu errichten und stellen dafür auch Grundstücke bereit. Landesrat Seitinger setzt sich immer wieder für solche Bauvorhaben ein, wofür wir ihm sehr dankbar sind. Bei den letzten Bauvorhaben in Mürzzuschlag, Krieglach und Kindberg waren bei der ersten Projektvorstellung doppelt so viele ernsthafte Interessenten anwesend als Wohnungen angeboten werden konnten. Das letzte Bauvorhaben, die Errichtung von 23 betreubaren Wohnungen in Mürzzuschlag war binnen einer Woche ausgebucht, noch heute kommen Damen und Herren zu mir und bitten um Unterstützung bei ihrer Reihung auf der Warteliste.

Der Einsatz von Wohnbaufördermittel mit Augenmaß ist ein wesentliches Steuerungsinstrument für die Stärkung strukturschwacher Regionen, Altbestand dessen Lebensdauer abgelaufen ist, ist kein Ersatz dafür. Die Erhebung der Leerstände und die Qualität dieser Wohnungen, sowie Konzepte für den Umgang mit diesen Ressourcen wäre dringend notwendig. Jene Studie, die Grundlage für die Kritik des Rechnungshofes am Einsatz von Wohnbaufördermittel in unserer Region ist, wurde mit den Akteuren vor Ort niemals besprochen. Mir ist auch keinerlei Kontakt anlässlich der Erstellung der Studie mit der Gemeindevertretung bekannt. Vielleicht wäre auch dieser Zugang, für den konstruktiven Umgang zwischen allen Beteiligten hilfreich.

Nach Schaffung von Arbeitsplätzen ist die Bereitstellung von modernem und zeitgemäßem Wohnraum das zentrale Anliegen der Gemeinden und Städte unserer Region. Dazu brauchen wir die Unterstützung des Landes Steiermark und eine positive Begleitung aller Verantwortlichen.