Der Bau der Südbahn hat den Semmering in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer der besten Adressen für die Sommerfrische gemacht, Mürzzuschlag hat damals auch von der Semmeringidee profitiert. Das vom einstigen Bürgermeister Josef Brunner 1885 errichtete Hotel Lambach und von seinem Schwiegervater Alois Waldher errichtete Kurhaus mit einer Wasser-Heilanstalt (1886) profitierte von Sommer- und später auch Wintergästen. Als der Erste Weltkrieg ausbrach und die Wirtschaftskrise eintrat, blieben die Gäste aus und das Hotel musste geschlossen werden, wurde noch eine einige Jahre für Wohnzwecke genutzt, war aber im Laufe der Jahre dem Verfall preisgegeben. Vor sieben Jahren  wurde das Haus von  Familie Marcu Mirabela und Dorus Serbanescu gekauft, saniert und nun zu einer Frühstückspension adaptiert. Die sechs Zimmer- und Suiten sind exklusiv im Barock- und Rokokostil eingerichtet. Dazu gehören ein kleines Restaurant und die Jausenstation „Zum Traumblick“. Im Namen der Stadt gratuliere ich den neuen Eigentümern zu ihrem Projekt und wünsche ihnen viel Erfolg!

Lambach zählte Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Hotel Lambach und den Villen Kaiserstein, Waldher- Hofmann und Alfons sowie der Gastwirtschaft Grüblbauer zum Klein-Semmering. Noble Gäste aus Wien, Budapest, Cilli, Graz, Pressburg usw. besuchten das Haus. Ein eigener Kutscher holte die Hotelgäste vom Bahnhof ab. Zwei weitere standen für Ausflugsfahrten zur Verfügung. Zum Hotel gehörte auch ein Rasen-Tennisplatz. Auch wenn diese goldenen Zeiten der Sommerfrische längst vergangen sind, hat unsere Stadt und Region gute Chancen im Bereich des sanften Tourismus.

Das Projekt zur Entwicklung der Welterberegion, das nicht sich nicht nur mit der Nachnutzung der Unesco Welterbebahn über den Semmering beschäftigt, verfolgt genau diese Richtung. Die Stärken unserer Region müssen zum Wohle der hier lebenden Menschen genutzt und ausgebaut werden.

(Fotos: Heinz Veitschegger)