Die unfaire und einseitige Berichterstattung über Mürzzuschlag in der ORF Sendung „Am Schauplatz“ hat viele Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und Region sehr verärgert. Zahlreiche Mails wurden an den ORF gerichtet, Leserbriefe wurden geschrieben und beim Publikumsbeirat des ORF wurde Beschwerde eingelegt. Für Frau Dr. Edith Hoier und Frau Romana Dillinger war das aber nicht genug. Sie haben Unterschriftenlisten aufgelegt und den ORF aufgefordert, in einer weiteren Sendung die Stärken unserer Stadt zu zeigen und damit Mürzzuschlag auch medial ins richtige Licht zu rücken.

Die Aufforderung an den ORF zu einer wirklich objektiven Berichterstattung wurde von 655 Mürzzuschlagerinnen und Mürzzuschlagern unterfertigt. Die beiden Damen haben in der Folge die Unterschriftenlisten samt einem sachlichen aber unmissverständlichen Schreiben an den ORF gesendet. Erfreulicher Weise hat die Redaktion von „Am Schauplatz“ darauf reagiert und zugesagt, dass im Sommer dieses Jahres unter dem Sendeformat „Nachfrage“ unsere Stadt noch einmal besucht wird und die Stärken und vielen positiven Seiten von Mürzzuschlag zu sehen sein werden.

Ich bedanke mich im Namen der Stadt bei allen, die unsere Stadt verteidigt haben und sich in ihrer täglichen Arbeit, im Verein und in der Familie für eine gute Entwicklung unserer Heimat einsetzen, sehr herzlich. Ganz besonders gratuliere ich den Damen Dr. Edith Hoier und Romana Dillinger zu ihrem Erfolg, der uns zeigt, dass sich besonderes Engagement auch lohnt!

Hier die Stellungnahme des ORF in vollem Wortlaut:

Frau
Dr. Edith Hoier
Sparkassenplatz 2
8680 Mürzzuschlag
 
Wien, 23.02.2016
 
Sehr geehrte Frau Dr. Hoier,
Besten Dank für die Übermittlung Ihrer Unterschriftenliste.
 
Die „Am Schauplatz“ Reportage, auf die sich diese bezieht, hat sich mit dem Industriearbeiter und seinem gewandelten Selbstverständnis beschäftigt. Wir haben die Wahlergebnisse der letzten Jahre aus der Region gesehen und uns gefragt, warum die Arbeiter heute mehrheitlich nicht mehr SPÖ sondern FPÖ wählen. Unsere Themenstellung war: Was passiert, wenn Industriearbeitsplätze abwandern?
 
Im Zuge unserer Recherchen sind wir dann auf Mürzzuschlag gestoßen.
 
Die Reportage war nicht als Stadtporträt geplant, sondern sollte am Beispiel einer Region eine gesellschaftliche Entwicklung beleuchten. Es war natürlich nicht unsere Absicht, Mürzzuschlag, wie Sie es formulieren, zu diffamieren und herabzuwürdigen. Im Gegenteil, die Am Schauplatz Reportage war von großer Empathie mit den heutigen und früheren Arbeitern, den Menschen in der Stadt, getragen. Die Aussagen der Interviewpartner in unserer Geschichte waren allerdings so, wie wir sie vorgefunden haben. Kritisch, eher pessimistisch, was die Zukunft betrifft. Bilder und Aussagen waren weder manipuliert noch gestellt. Dass die Reportage, in die sie eingeflossen sind, bei so vielen Menschen eine Kränkung bewirkt hat, hat uns überrascht – und tut uns leid.
 
Jedenfalls möchten wir Ihnen versichern, dass wir die Unterschriften der Mürzzuschlagerinnen und Mürzzuschlager keineswegs ignorieren. Wir planen im Zuge unserer sommerlichen „Nachfrage“ Reihe auch nach Mürzzuschlag zu kommen, die heftigen Reaktionen auf „Die letzten Arbeiter“ zu dokumentieren und den Blick auf jene Bereiche Mürzzuschlags zu richten, die aus Ihrer Sicht zu wenig beleuchtet wurden.
 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Heide Lackner
Peter Resetarits
Robert Gordon